Nageldesigner(in)

In der Regel wird für die Ausübung der Tätigkeit als Nageldesigner (m/w) eine abgeschlossene Weiterbildung gefordert. Die Zugangsvoraussetzung für die Weiterbildung legt der Bildungsträger fest. So werden Seminare für Anfänger und/oder Fortgeschrittene angeboten. Eine abgeschlossene Ausbildung im Friseur- oder Kosmetikhandwerk kann erforderlich sein, muss aber nicht. Die Lehrgänge finden in den Schulungsräumen von den Bildungszentren der Handwerkskammern und anderen Bildungseinrichtungen statt. Der Lehrgang kann bis zu 6 Monate dauern und die Kosten können in bestimmten Fällen mit einem Bildungsgutschein von der Agentur für Arbeit oder Förderprogramme der Länder übernommen werden. Die Bildungsinhalte umfassen u.a. folgende Gebiete

 

Gesundheit

• Anatomie, Physiologie und Dermatologie
• bakterielle Hautkrankheiten
• Pilz- und Viruserkrankungen
• Hygiene
• Fachausdrücke

Materialkunde

• Produktchemie
• Gefahrenzeichen
• Kosmetikverordnung
• Statik der Modellage/Verlängerung
• Umgang mit den Arbeitsmitteln und deren Besonderheiten
• Verwendung der Fräse (elektrischen Feile)

 

Praxis

• Umgang mit Acryl/Gel/Fiberglas
• Nagelverlängerung mit u.a. Schablonen-Technik
• Auffülltechnik
• Reparatur eines Nagels
• Nageldesign/Nailart
• Maniküre

Betriebswirtschaft

• gesetzliche Voraussetzungen für die Selbstständigkeit
• Buchführung/Rechnungswesen
• Personalwesen
• Marketing

 

Dies ist ein Auszug und keine abschließende Auflistung. Jeder Bildungswillige sollte vor Teilnahme an einem Kurs entsprechende Angebote vergleichen. Als Hilfestellung bei der Beurteilung der unterschiedlichen Bildungsangebote stellt das Bundesinstitut für berufliche Bildung (BIBB) eine „Checkliste beruflicher Weiterbildung“ zur Verfügung.

Am Ende der Schulung wird das Wissen des zukünftigen Nageldesigners (m/w) abgeprüft. Je nachdem wo der Lehrgang besucht wurde, erfolgt eine interne Prüfung des Lehrgangveranstalters oder die Prüfung erfolgt auf Grundlage der rechtlichen Regelungen der Handwerkskammern.
Für die Zulassung zur Prüfung wird die Teilnahme an einem Lehrgang teilweise nicht zwingend vorausgesetzt. Nähere Informationen sind bei den jeweils zuständigen Bildungsträgern zu erfragen.
Nach Abschluss der Schulung kann der Nageldesigner (m/w) im Berufsleben als Angestellte(r) oder eigener Chef (Selbständigkeit) durchstarten. Sollte die Selbständigkeit und damit Eröffnung eines eigenen Nagelstudios angestrebt werden, dann bieten die Agentur für Arbeit, ARGE und/oder Länder bei der Erfüllung von bestimmten Voraussetzungen verschiedene Förderprogramme an. Bei der Agentur für Arbeit wäre es der Gründungszuschuss und bei der ARGE das Einstiegsgeld. Vergessen Sie aber nicht, dass eine Selbständigkeit auch mit gewissen Risiken verbunden ist. Erstellen Sie sich einen Kostenplan. Kalkulieren Sie welche Einnahmen Sie benötigen um die Kosten (u.a. Miete Nagelstudio, Equipment, Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung) zu decken und Ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Lassen Sie sich am Besten vorher beraten.

 

Ein guter Nageldesigner (m/w) zeichnet sich aber nicht nur durch die abgeschlossene Schulung, sondern auch durch besuchte Anpassungsqualifizierungen aus. Erfolg entwickelt sich und setzt das ständige Ergänzen, das Vertiefen des eigenen Fachwissens und die Anpassung an neuen Entwicklungen und Trends voraus.
Weitere Informationen erhalten Sie bei der Agentur für Arbeit.